Als 26-jähriger Mental Coach supportet der motivierte Luca Widmer das Schweizer Team der europäischen Liga (ELF) des American Football. Mithilfe von Blitzhypnose, Einfühlungsvermögen und Leidenschaft wirkt er an der Seitenlinie des Spielfelds. Was ihn daran fasziniert, teilt er mit uns im Gespräch.

American Football wird gefühlt immer beliebter. So ist der Superbowl mittlerweile fast jeder Person ein Begriff. Seit einigen Jahren besteht die sogenannte ELF – die europäische Liga des American Football. Darin spielt auch die Mannschaft der Helvetic Mercenaries mit.
Ein erfüllender Beruf
In dieser Art Profisport geht es strategisch, leidenschaftlich und – im wahrsten Sinne des Wortes – Schlag auf Schlag zu und her. Dass es da ein ganzes Team an medizinischen Fachpersonen benötigt, überrascht nicht. So ist auch Luca Widmer mit prüfendem Blick und helfender Hand an der Seitenlinie zur Stelle, sollte es während den Spielen zu etwaigen Verletzungen oder sogar Gehirnerschütterungen kommen.
Seine Kernarbeit liegt jedoch in der mentalen Unterstützung der Spieler. So unterstützt er sie mithilfe von Hypnosesitzungen dabei, beispielsweise Blockaden loszulassen, ihr Selbstwertgefühl aufzubauen und so ihre mentale Stärke weiter zu entwickeln. Woher er weiss, ob er einen guten Job gemacht hat?
«Wenn Spieler sich nach dem Spiel melden und sagen; Luca heute ging es mir viel besser, danke vielmals.
Oder; ich habe mein Ziel zwar nicht ganz erreicht aber ich spüre den Druck nicht mehr so unendlich wie vorher.»
Lässt sich Hypnose mit Glaube vereinbaren?
Diese Frage stellt sich Gastgeberin Sam de Keijzer im Gespräch, als Thema wird, dass Luca Widmer im christlichen Glauben verwurzelt ist. Auf humorvolle Weise entsteht eine spannende Diskussion darüber, ob Hypnose ein Einwirken in Gottes Wirken sei. Luca Widmer vertritt klar die Meinung, das Hypnose nicht als spirituellen Hokuspokus angesehen werden soll, sondern viel mehr als Hilfsmittel dazu, sich selbst mental zu verarzten.
Mentale Gesundheit verdient seinen Platz
Luca Widmer ist sich bewusst, dass er in seinem Arbeitsbereich in einer gesellschaftlich verankerten Männerdomäne unterwegs ist. Und genau das möchte er aktiv nutzen. Er kämpft nämlich gegen ein spezifisches Stigma:
«Wenn man irgendwelche körperliche Beschwerden hat, geht man direkt zum Arzt. Wenn man psychische Beschwerden hat, wartet man extrem lang, bis man sich endlich Hilfe holt.»
Das psychische Wohl erachtet der Mental Coach als ebenso wichtig wie das körperliche. Und so versucht er mit seiner Arbeit die Haltung zu vermitteln, dass es total in Ordnung ist, sich Hilfe zu holen. Und nicht immer nur stark sein muss. Und das natürlich unabhängig des Geschlechts.
Der beste Sport der Welt?
Luca Widmer glitzern die Augen, wenn man ihn nach der Begründung seiner Leidenschaft für American Football fragt. Für das eigene Wirken auf dem Feld sei er leider nicht gemacht. Das hat er natürlich ausprobiert, bei der St. Galler Mannschaft. Umso mehr schätzt er es, an der Seitenlinie voll mit dabei sein zu können.
„Es gibt so viele Positionen. Man kann gross, klein, dicker, dünner sein. Es gibt für jede Position einen Spieler, der die Masse hat, die es benötigt. Es ist ein Sport für alle.“
Und nach der Saison?
Fans wenden sich nach der abgeschlossenen ELF-Saison den amerikanischen NFL-Spielen zu, fiebern dem Superbowl entgegen. Der junge Mental Coach Luca Widmer begleitet die Profisportler im Hintergrund weiter – das ganze Jahr über. Und er ist sich sicher; die nächste Saison wird noch besser.
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ch bin Sam und interessiere mich sehr für Menschen und ihre Geschichten.
Nach meiner Lehre zur Malerin habe ich deshalb zügig den Beruf gewechselt und wirke heute als Sozialpädagogin im Jugendbereich.
Man findet mich auch gern auf Festivals und Konzerten oder aber in meinem ruhigen Mal-Atelier.

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