Ein Architekt auf hoher See

Jürg Spreyermann ist Segler und Architekt. In der aktuellen Folge erzählt er von seinen beiden grossen Leidenschaften, was die beiden verbindet und wie er die Zukunft des Segelsports in der Schweiz sichern möchte.

Segeln und Architektur sind zwei Disziplinen, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben. Dass das so nicht stimmt, weiss Jürg Spreyermann. Der Steinacher ist Segler und ehemaliger Architekt. Im neuen Fadegrad-Podcast mit Host Jonas Schönenberger spricht Jürg über seine beiden Leidenschaften.

Schon als Kind zog es ihn hinaus auf den Bodensee. Ausgehend von der ersten Erfahrung mit seinem Bruder auf dem Schiff, begann Jürg erst mit dem Windsurfen. Und obwohl er für sein Architekturstudium nach Zürich zog, blieb die Sehnsucht nach dem Bodensee stets ein treuer Begleiter.

«Meine Familie hatte immer Segelschiffe, daher war die Nähe zum Segelsport immer gegeben. Ich bin in Steinach am Bodensee aufgewachsen. Wasser war für mich generell immer ein wichtiges Bezugselement.»

Segeln und Architektur – zwei Welten

Beruflich ist Jürg Architekt. Strukturen entwerfen, Räume denken, Ideen in Form bringen – das ist sein Handwerk. Die Architektur hat für ihn auch eine gesellschaftliche Relevanz, da es wichtig ist, ein Haus immer als Teil einer Umwelt zu verstehen. Die Grenzen zwischen Architektur und Segeln verschwimmen auch in einem gewissen Mass: Im Gespräch erzählt Jürg, was sich von der Arbeit als Architekt aufs Segeln übertragen lässt – und umgekehrt.

«Ich war in der glücklichen Lage, dass ich nie differenzieren musste zwischen Beruf und Hobby. Für mich war auch das, was ich als Gelderwerb betrieben habe, die Architektur, eine Leidenschaft, die ich nicht missen wollte.»

Von Wetter, Taktik und dem Entdecker-Gen

Jürg bestreitet Regatten, war bereits an verschiedenen Orten unterwegs, sei es auf dem heimischen Bodensee oder auch auf hoher See wie an der europäischen Atlantikküste. Im Podcast spricht er, was ein kurzes Bahnrennen auf einem Binnengewässer von einer Langstreckenregatta auf dem Meer unterscheidet.

Ob man sich als Segler auch heutzutage manchmal noch wie ein Entdecker aus den alten Zeiten fühlt?

«Ja, das Entdecken ist natürlich seit Menschheitsgedenken extrem gekoppelt mit dem unterwegs sein auf dem Wasser. Und das hat sich nicht geändert. Wenn ich heute zum ersten Mal auf einem neuen Gewässer unterwegs bin, wird dieses Entdecker-Gen natürlich sofort aktiv.»

Die Segelschule Polaar – wenn ein Hobby zum Beruf wird

2019 wagte Jürg einen grossen Schritt: Aus dem Hobby wurde Beruf. Mit der Gründung der Schweizer Segelschule Bodensee Polaar will Jürg den Segelsport in der Schweiz fördern – ähnlich wie es beim Skifahren ist. Warum er dieses Ziel durchaus als realistisch betrachtet, legt er im Gespräch dar.

«Segeln ist ein faszinierender Sport. Es ist aber nicht nur Sport. Segeln ist auch Erholung. Und nicht zuletzt ist Segeln auch eine Führungsschule, ein Auseinandersetzen mit sich selbst in verschiedenen Situationen.»

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